VODOO KOLBHALLE

Nesha Nikolic | 21:51 Uhr

Nach meiner “Erweckung” durch Ayahuasca war ich tagelang unglaublich voller Energie. Meine Chakren waren gereinigt und das war ein neues Gefühl, denn aus meinem Plexus kamen Energie Schübe den ganzen Tag lang. Wunderbar sowas hatte ich nur auf psychodelikern und jetzt ist es Standard. In Köln wollte ich zur Kolbhalle, dort war ein Afrika Fest. Ich kam später als gedacht, die hatten den ganzen Tag ein Kultur Programm. Die typischen bunten Kleider und merkwürdiges Essen gemixt mit guter Laune. Doch in einem Raum war Unruhe. Ich näherte mich einen offenen Tür, wo ein Tisch mit Beinen den Türrahmen immer wieder rammte, als wolle er trotz der Größe durch die Enge des Türrahmens ausbrechen.

“Was ist da los?” fragte ich einen schwarzen Bruder, er meinte, :”lass es lieber, das ist Vodoo!”

“Ich muss da rein.!” Ich schlich schnell rein, als der “Tischmann” einen neuen Anlauf nahm, um durch den Türrahmen zu rennen, wo er wieder vergeblich aufprallte. Kaum war ich drinnen spürte ich die geballte Energie im Raum und Empfang sie als wäre es meine Kultur. Ich war damals total auf der “Oneness” Emotion, die Verbundenheit mit Mutter Natur war sehr stark. Der Tischmann hatte eine gebückte Haltung, auf seinem Rücken war ein Tisch mit Tischdecke und einer Vodoo Gottheit. Er war wie besessen. Es waren mehrere “böse” Geister im Raum. Sie strotzen vor unbändiger  Energie. Alle hatten Roben voller Muscheln, die Gesichter konnte man nicht sehen, aber sie sahen uns und attackierten manchmal, aber meist ihre Landsleute. Als Gegenpol waren “Wärter” anwesend, die mit Stöcken bewaffnet das ganze unter Kontrolle gehalten haben. Oder sie haben es versucht. Denn die Vodoo Geister haben jede Lücke gewittert und tanzten. Zu meiner rechten Seite waren mehrere Trommler in Trance Zustand. Der Schweiß lief die schwarze Haut hinunter und verstärkte die wahnsinnigen Blicke der getriebenen Trommler. Sie waren nicht allein, denn da war noch etwas, was man nicht erklären konnte. Ich fragte eine Togolesen, was die Jungs wohl konsumiert haben können. Die Jungs sind aus Togo und das wäre ihre Religion, erwiderte der Mann, dessen kräftiger Arm eine blonde Deutsche Frau umarmte. Die Deutschen wirkten entgeistert, denn für sie ist sowas vollkommen fremd, dass kommt von zuviel Zivilisation. Insgesamt waren alle Besucher im Bann der Togo Vodoo Truppe. Die Afrikaner wirkten entspannter von der Körperhaltung, aber man sah in ihren Augen, das hier was vor sich ging und sie hatten Respekt. Die Weiße Bevölkerung hatte verschränkte Arme und wirkte erschrocken, manche waren entspannt. Ein Geist hat sich kurz befreit und kam direkt auf einen Afrikaner zu, der wiederum ging sofort zu Boden in eine liegende Haltung, sein Kopf war wie beim Gebet zum Boden gerichtet. Der Vodoo Geist neigte sich zu ihm und schien zufrieden mit der Ehrerbietung zu sein, er sprach was unverständliches und wuschelte die Haare des Opfers durch, dann suchte er das nächste Opfer. Er wurde schnell von Zwei Wärtern gebändigt und zurückgedrängt. Die Trommler waren noch exzessiver, alles steigerte sich, der Raum war nur noch eine laute rhythmische Schwingung. Dann öffnete sich vor mir der Raum, denn die Wärter waren durch die vorherige Aktion abgelenkt und der größte Geist stand mir ungefähr 6 m entfernt gegenüber. Das Muschelwesen mit gut 1,90 m rannte auf mich los und Sprang auf wie ein Kampfsportler mit ausgestreckten Bein. Wie in Zeitlupe Beobachtete ich ihn auf mich zukommend, das ausgestreckte Bein , der schwere Körper und ich fühlte ihn. Er wollte nur spielen. Es ging um seine männliche Rolle. In so einer Situation ist man Opfer oder Täter. Entweder man lässt es geschehen und endet auf dem Boden mit Magenschmerzen, oder man blockiert gekonnt sein kommendes Bein und schlägt ganz simple in den Bauch, den Plexus oder die Gurgel des Gegners um ihn zu stoppen. Ich hatte Erfahrung in Kampfsport und das war nichts neues für mich. Aber was mich faszinierte war diese Erfahrung, das ich seine Emotion und Vorhaben gespürt habe und dementsprechend nichts unternommen habe. Sein Bein schlug dicht neben meiner Taile gegen ein Treppengeländer auf und er richtete sich schnell und gekonnt vor mir, in seiner ganzen Größe auf und brüllte laut mit ausgebreiteten Armen. Ich habe es einfach genossen. Das hat ihn verunsichert, aber schon waren die Wärter da und drückten ihn mit den Stöcken weg. Einige Afrikaner schauten mich an und wollten mir schnell erklären das er nicht böse ist, denn sie dachten wahrscheinlich ich fange eine Schlägerei an. Vor einem Monat hätte ich das auch getan, aber jetzt fühle ich alles und bin verbunden, ich habe keine Angst mehr und genieße einfach. Nur wenn es wirklich sein muss, werde ich handeln. Ich machte noch einige Fotos und beobachtete das Geschehen weiter. Ein Hauptwärter war immer wieder aufgefallen, mit seiner autoritären Haltung und lauter Stimme, außerdem hatte er ordentlich zugeschlagen, wenn er mal einen Geist gestoppt hat. Es war ein reines Männer Vodoo, wo waren eigentlich weibliche Geister ?? Ich muss nach Togo um das Phänomen Vodoo zu untersuchen. Die Welt der Spiritualität ist sehr bunt und magisch und mich berührt es als wäre es ein Teil von mir. Es ist alles eins, nur sind die Formen verschieden und das macht es spannend. Die Afrikaner haben eine extreme körperliche Energie und Leidenschaft, aber das was sie beschwören ist dasselbe wie in jeder anderen Religion. Das Gute und das Böse.
original Nesha Nikolic